Während meiner Kindheit wurde mir immer wieder von erwachsenen Menschen erzählt,dass Tiere dumm sind. Sie können nicht fühlen und denken und haben kein Bewusstsein, dass heißt: sie wissen nicht das sie leben. Selbst der Biologielehrer teilte diese Auffassung. Ich war irritiert,Jimmy denn Biologie war mein Lieblingsfach. Ich wollte das nicht glauben. Täglich verbrachte ich viele Stunde im Wald und beobachtetet die Tiere in freier Wildbahn. Bei allen Tieren habe ich immer wieder das Gegenteil feststellen können. Ich konnte beobachten wie liebevoll Tiere miteinander umgehen, wie der Nachwuchs von seinen Eltern lernt und wie verantwortungsvoll die Elterntiere ihren Nachwuchs versorgten und beschützten. Schon damals war ich davon überzeugt, dass Tiere genau so wie wir Menschen fühlen, lernen, denken und dass auch sie ein Gehirn besitzen.

 

In den 60ziger und 70ziger Jahren musste ich oft für lange Zeit meinen Dienst in der Natur durchführen. Während dieser Zeit wurde meine Verbundenheit zur Natur weiter gefestigt und was ich in meiner Kindheit festgestellt hatte wurde bestätigt.

Aufgrund neurobiologischen Forschungsergebnisse müssen wir Menschen uns damit abfinden, dass das Verhalten der anderen Tiere nicht nur von Trieben und Instinkten kontrolliert wird.

 

Alle Lebewesen sind ein Produkt der Natur. Die Natur hat allen Lebewesen den Auftrag erteilt: "Zu überleben und sich fortzupflanzen um die eigene Art zu erhalten." Um diesen Auftrag zu erfüllen, hat die Natur vor ca. 500 Millionen Jahren Nervenzellen erfunden in denen Lernen stattfindet.Denn ohne zu lernen kann ein Lebewesen in der Natur nicht überleben. Lernen ist demnach eine zwingende Voraussetzung um in der Natur überleben zu können. Somit wird lernen zu können zur Pflicht lernen zu müssen um zu überleben. Dafür gibt es keine Alternative.

 

Weil wir und unsere Hunde ein Produkt der Natur sind, berücksichtige ich bei der Erziehung eines Familienhundes in erster Linie die Sozialsysteme beider Arten. Deshalb lege ich großen Wert auf soziales Lernen, denn es dient dem Leben in einer Gemeinschaft und zielt darauf ab, dass die dazu gehörenden Regeln eingehalten werden. Es dient dazu die richtigen Umgangsformen zu lernen und die richtige Eingliederung in die Lebensgemeinschaft, zu der Hunde Pausegenauso gehören wie wir Menschen. Für dieses soziale Lernen ist es absolut wichtig, dass sowohl der Hund als auch der Mensch die "Sprache" der anderen Art kennt damit eine Kommunikation stattfinden kann.

 

Die Signale wie zum Beispiel: Rückrufsignal, Abbruchsignal, Ruhesignale oder "Am Fuß gehen" sind ebenfalls sehr wichtig und sollten dem Hund neben dem sozialen Lernen beigebracht werden. Dies geschieht durch motorisches Lernen. Unter motorischen Lernen versteht man Lernvorgänge die das Lebewesen dazu befähigt, seinen Körper und seine Bewegungen in der richtigen Art einzusetzen. Motorisches Lernen wird durch gezieltes Training erreicht und findet bei unseren Hunden überwiegend durch klassische und operante Konditionierung statt.